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Montag, 1. April 2013

Kontraste

Im Gegensatz zum Brautkleid-Projekt habe ich mich heute mal was ganz anderem gewidmet. Vormittags habe ich zwei Kleinigkeiten für Freunde genäht, die ich euch demnächst noch vorstellen werde. Nachmittags gönnte ich mir eine weitere Stunde Nähmaschine und habe mich einem weiteren Projekt für eine Freundin gewidmet. Es geht mal wieder um ein Korsett.
Den Stoff haben wir schon letztes Jahr ausgesucht, auch den Schnitt habe ich schon vor einer Weile erstellt und Futter und Oberstoff zugeschnitten. Heute habe ich die Oberstoffpanele zusammengenäht. Es ist ein schlichter Unterbrustschnitt, der Oberstoff ist Taft mit Schnörkelmuster, Futter wird Baumwollköper. Meine Korsetts bestehen immer aus drei Lagen, gerade bei einem eher dünnen Oberstoff wird so Stabilität und Haltbarkeit erhöht.
Mein Musterfetischismus kam auch wieder zum Ausdruck: Natürlich müssen die Schnörkel da wo es geht aneinander passen. Ich wäre nicht ich, wenn es ander wäre ;) Die Fotos sind nur auf die schnelle gemacht, ich habe den Taft totgeblitzt  -.- Nächstes Mal gibt es bessere Bilder.
Die Futterteile werden nach Rubicons Methode zusammengenäht, dadurch sieht man auf dem Oberstoff keine Tunnelnähte. Wenn ihr möchtet, dokumentiere ich den Bau dieses Korsetts etwas ausführlicher. Fragen zu einzelnen Arbeitsschritten werde ich dann natürlich auch beantworten. :)
Wann es allerdings weitergeht, ist wie immer ungewiss. Durch die Prüfungsvorbereitung erfolgt das Nähen stak in Etappen...

Freitag, 22. März 2013

Evil Stoff des Todes of Doom

Während des Nähprozesses stehe ich in stetem Kontakt mit Toni und Janina. Die dürfen dann auch immer das Geheule ertragen, wenn ich mich über die Stoffe beschwere. Sie sind wunderschön, aber... Chiffon!
Egal, am Ende lohnt sich die Mühe.
Heute habe ich einen kompletten Nähtag eingelegt. Ab jetzt geht es erstmal mit der Prüfungsvorbereitung weiter. Muss ja auch sein, leider.
Als erstes habe ich alle Teile aus Chiffon uns Satin zugeschnitten. Dank meiner auswaschbaren Stifte ging das zum Glück ganz gut. Danach habe ich mir einen Plan gemacht, wann welche Nähte wie gemacht werden, damit ich auch ja nichts vergesse. Als erstes habe ich mich dem Chiffon gewidmet, frei nach dem Motto "Erst die Arbeit dann das Vergnügen." ;)
  • der Schlitz in der Mitte wurde mit einem Rollsaum gesäumt
  • die Seitennähte habe ich mit Französischen Nähten zusammen genäht
  • vorn in der Mitte wurde der Stoff etwas gerafft
  • die Nahtzugaben an der Oberkante habe ich, um den Fusselfaktor zu verringern, mit der Overlock versäubert und damit die Raffung fixiert
Probehalber über das Futterkleid an Betsy gesteckt und schonmal für gut befunden. Leider etwas totgeleuchtet. Just in diesem Augenblick kam die Sonne raus, das konnte ja auch keiner ahnen. XD
Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es dann mit dem Satin weiter.
  • alle Abnäher stecken, nähen, bügeln
  • die Seitennähte an Brustteil und Rockteil mit der Overlock versäubern 
  • die Seitennähte jeweils zusammen nähen
 Jetzt konnten Brustteil und Rockteil zusammen genäht werden. Dabei habe ich den Chiffon in der Naht mitgefasst. Beim Nähen habe ich eine kleine Falte beim Abnäher eingenäht. Nach einem kurzen Schreckmoment stellte sich das aber als gar nicht schlimm heraus. Ohne Spuren zu hinterlassen konnte ich die böse Stelle auftrennen und neu steppen. 
Tadaaaaa!
Die Borte habe ich dann auch schonmal gezückt und Probehalber rumgesteckt. Man erahnt schon, wie es werden soll. (Auch wenn der Satin auf den Fotos einen billigen Plastikglanz hat... Real sieht das viel Schöner aus. Vor allem der schöne Schimmer der bei der Lage mit dem Chiffon entsteht, wenn die Sonne darauf fällt.)
Wenn es weiter geht, werden wir uns um die Zwischenverzierungen kümmen. Über den nackten Satin sollen noch grüne Bänder, wahrscheinlich mit goldenem Zierstich bestickt, und die Steine, die ich in Berlin gekauft habe. Wie wir das genau verteilen müssen wir noch austesten. Da werden sicher einige Fotos hin und her geschickt, bis wir die ideale Lösung finden. :)

Achja, der Titel... Vorab habe ich schon angekündigt, dass ich über die Stoffe fluchen werde. Dabei fiel diese Bezeichnung... Was sind denn eure "Hassstoffe", die in der Verarbeitung anspruchsvoll, divenhaft und zickig sind aber trotzdem immer wieder den Weg unter die Nähmaschine finden?

Mittwoch, 20. März 2013

Weiß wie Schnee...

Draußen breitet sich erneut eine weiße Decke aus. Allmählich habe ich genug vom Winter, aber daran kann man ja leider nichts ändern. Naja, sehen wir mal das Positive: Ich habe mich in meiner Wohnung eingeigelt und kann mich um alle wichtigen Dinge kümmern. Für meine Abschlussprüfung habe ich gestern und heute Vormittag gearbeitet. Morgen wird das auch wieder so sein. Nach der Arbeit kommt ja aber bekanntlich das Vergnügen, so dass ich sowohl gestern als auch heute bis abends an der Nähmaschine saß. 
Heute Mittag rief mich Toni an, das Probeteil ist angekommen. Nachdem ich fast jedes erdenkliche Maß des Originalschnitts aus der Burda verändert habe (sogar die Abnäher oO) habe ich schon mit vielen Änderungen gerechnet. Aber: Es passt! Ich brauche keine (!!!) Änderungen machen. 
Nach dieser freudigen Botschaft juckte es mir natürlich in den Fingern. Als erstes habe ich die Schnittteile auf die gewünschte Länge erweitert. Beim Probeteil habe ich mir das gespart. Danach habe ich den Futterstoff, wollweiße leichte Baumwolle, gebügelt und zugeschnitten. 
Da das Kleid trägerlos wird, haben wir uns entschlossen ein Gummiband im Rücken einzuarbeiten. Dazu habe ich Tunnel auf die hinteren Schnittteile des Futters genäht. An der hinteren Mittelnaht sowie an den Seitennähten ist das Gummiband festgenäht. Nachdem ich dann alle Abnäher genäht und gebügelt hatte, wurden alle Teile mit der Overlock versäubert und zusammengenäht. Die Nahte hinten-mitte habe ich noch offen gelassen. Für einen ersten Eindruck habe ich das Kleid mal meiner Betsy übergeworfen. Nachdem ich sie mit mehreren BHs etwas aufgepolstert habe, hat sie zumindest um die Brust herum halbwegs Tonis Maße.
Das Futter ist nun schon fast fertig. Morgen kümmere ich mich um die Naht hinten mitte und werde die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Dann geht es wirklich an den Oberstoff. Hoffentlich stellt sich der Satin und der Chiffon als umgänglich heraus... 

Montag, 18. März 2013

Brautkleid - Probeteil

Heute Vormittag habe ich mich mit dem Probeteil für Tonis Kleid beschäftigt. Mein Probestoff verhält sich schon ähnlich divenhaft wie der später verwendete Brautsatin, schön flutschig. Zumindest ist das schonmal authentisch. ;)
Ja, auf dem Foto liegen die Teile wirklich schief und krumm. Nach dem Nähen sah das ganze dann auch schon wie ein Kleid aus. Das Probeteil ließ sich ziemlich schnell nähen. Es sind ja nur 6 Schnitteile mit einigen Abnähern. Beim Brautkleid wird das wegen der verschiedenen Stofflagen auf jeden Fall etwas schwieriger. Vor allem Chiffon und Satin neigen ja dazu, teilweise sehr unkooperativ zu sein...
Jetzt wird es verpackt und sich auf den Weg zu Toni machen. Über eine Entfernung von mehr als 200km bekommt so ein Projekt nochmal einen ganz anderen Charakter. Könnte nicht jemand schnell das Beamen erfinden? Das würde doch einiges einfacher machen. XD


Sonntag, 17. März 2013

Ready, steady, go!

Pünktlich zum Ferienbeginn kehrt hier wieder Leben ein. Ich habe mir für die zwei Wochen ziemlich viel vorgenommen. Nicht nur meine Abschlussprüfung will vorbereitet werden, auch die Nähmaschine ruft! Der Startschuss für das wohl wichtigste Projekt meiner bisherigen Nählaufbahn ist gefallen. Sicher, alle Projekte, egal ob für mich oder für andere, waren einzigartig und wichtig. Aber Tonis Brautkleid spielt eben doch in einer ganz anderen Liga. 
Heute habe ich mich mit der Schnittkonstrukion befasst. Als Grundschnitt habe ich das Modell 104 aus der Dezember Burda von 2007 in Größe 36 genommen. Toni springt bei Burda ziemlich in der Größentabelle hin und her, 36 war dann irgendwie der Mittelweg. Geändert habe ich dann noch eine ganze Menge in der Weite und auch in der Länge. Die Saumkanten müssen aber bestimmt nochmal angepasst werden. 
Nach gefühltem stundenlangen Rechnen, Linien zeichnen, radieren und verschieben ist dann doch sowas wie ein Schnitt rausgekommen.
Morgen wird daraus ein Probeteil genäht, welches ich Toni per Post zuschicken werde. Mal sehen, wie gut es passt. Ich freu mich immer noch sehr, dass ich dieses Kleid nähen darf. Aber ein bisschen Nervenkitzel ist auf jeden Fall dabei ;) Ich hoffe wirklich, dass das Probeteil gut passt und nicht mehr allzu viel geändert werden muss. *Däumchen drück*

Mittwoch, 21. November 2012

Einmal Brautkleid zum mitnehmen bitte!

Ich habe Post bekommen. Die Stoffe für Tonis Brautkleid sind angekommen. Damit habe ich jetzt, bis auf das Goldgarn das bei Toni liegt, alle Materialien beisammen. 
Wenn die Stoffe erstmal da sind, steigert das die Motivation auch für andere Dinge enorm. Ich freu mich sehr auf Tonis Kleid und unsere tollen Materialien zu sehen weckt Tatendrang. Dadurch schaffe ich auch Dinge, die vorher erledigt werden müssen, ich aber eigentlich lieber aufschieben würde.
Und da die Entstehung des Brautkleids hier dokumentiert werden soll, möchte ich euch meine momentane Motivationshilfe natürlich nicht vorenthalten.
Auf meiner Einkaufsliste standen:
  • Chiffon
  • Brautsatin
  • Futterstoff
  • Garn
  • Borte 
  • Steine und Satinband für die Verzierungen
  • Nahtverdeckter Reißverschluss
  • Microtex Nadeln und neue Stecknadeln (nicht im Bild)
Mit unserer Beute bin ich sehr zufrieden. Die Grüntöne passen schön zusammen, das kommt auf dem Foto nicht so gut rüber. Es war gar nicht so einfach, passendes Satinband zu finden. 
Trotz meiner Freude auf das Projekt ist natürlich auch immer noch eine gute Portion Respekt dabei. Ein Brautkleid ist ja doch etwas ganz besonderes.

Sonntag, 29. Juli 2012

Scrubs - der Weg zur ultimativen Heilerin

Gestern habe ich Tonis Korsett komplett fertig genäht. Da ich dieses Wochenende Besuch von Janina und Toni habe, konnten wir heute auch Fotos in kompletter Montur machen. Toni hat ihre Larpsachen (sie spielt eine Heilerin, die gerade in der Ausbildung ist) dabei und hat heute früh ihre Bluse fertig genäht. Den Rock und die Tasche hat sie selbst genäht, die Bluse ist ein Ready Made aus einem Piratenhemd.
Es passt ihr wirklich ausgezeichnet. Das schwarze Netz an der oberen Kante hat sie noch etwas zurückgeschnitten. 
Hier noch einmal zwei Bilder wo man alle Details erkennt. Erst wollte sie das Lederband zum Schnüren nehmen, aber mit Korsettschnur ist es einfach stabiler und das Schwarz bildet auch noch mal einen tollen Kontrast. Mit der Innenverarbeitung bin ich sehr zufrieden, die ist wirklich absolut ordentlich geworden.
Generell hat mir das Nähen viel Spaß gemacht, ich habe nur einen meiner Finger etwas malträtiert und keine (!!!) Nadel dabei geschrottet. Das ist wirlich eine Premiere. Normalerweise zerschieße ich mir pro Korsett mindestens eine Nadel. 
Jetzt steht Tonis Heilerkarriere nichts mehr im Wege. :)

Mittwoch, 25. Juli 2012

Symmetrisch unsymmetrisch

Eine Weile ist es hier wieder etwas ruhiger geworden, aber neben der stressigen letzten Arbeitswoche konnte ich auch ein wenig am Korsett arbeiten. 
Was habe ich geschafft?
  • das Schrägband an der oberen Kante von Hand auf der Rückseite angenäht
  • die Stäbe abgelängt und eingeschoben
  • Deko angebracht (Hornknöpfe, Ziernähte)
Das Schrägband hat meine Finger fast getötet, ich hatte mal wieder den Fingerhut in Wolfsburg vergessen und nachdem ich mir die Nadel mit der Ösenseite in den Finger gerammt hatte, war erst mal Zwangspause angesagt. Mein Freund hat mir dann noch schnell vom Real einen Fingerhut geholt, damit konnte es dann weitergehen. 




An den Zähnen kann sie noch ein paar kleine Fläschchen an Lederbändern dranhängen. Alle Knöpfe sind mit dem Lederband, das wir auch für die Schnürung nehmen, angenäht. Dazu habe ich das Lederband durch den Stoff gezogen, den Knopf drauf, wieder durch den Stoff nach innen. Da habe ich sie dann verknotet. Hinten sind noch zwei schwarze Ziernähte. Die habe ich mit schwarzem Stickgarn genäht.

Am Wochenende kommt Toni mich besuchen, dann wird das Korsett fertiggestellt. Bis dahin widme ich mich erst mal den anderen Sachen, die noch auf meiner Nähliste stehen.

Samstag, 14. Juli 2012

It's time for chichi!

Nachdem ich gestern um 16 Uhr endlich Feierabend machen konnte, bin ich zu Hause schnurstraks zum Briefkasten gegangen. Der Brief von Toni mit dem noch fehlenden Dekokram wartete bereits auf mich. Nach kurzer Rücksprache mit Toni über die Anordnung ging es an die Nähmaschine. 
Die Schlaufen, um die Lasche zu schließen, werden von Hand geknoten. Ich habe erst mal 20cm lange Lederbänder mittig gefaltet auf die Nahtzugabe des Laschenfutters genäht. Dann wurden Laschenoberseite und -futter miteinander verstürzt. Nun konnte ich die Lasche zwischen die Panele 1 und 2 der rechten Seite legen, alles feststecken und zusammennähen. Auf Taillenhöhe habe ich noch einen Teil des Gürtels mitgefasst. Das andere Stück wurde zwischen Panel 6 und 7 mitgefasst. Zwischendurch immer wieder gut bügeln, damit auch alles an Ort und Stelle ist und sich auf die richtige Seite legt. 
Jetzt konnte ich die hintere Naht schließen. Dazu habe ich Futter und Oberstoff rechts auf rechts aufeinandergelegt (die Schließe ist dann quasi innen) und an der Kante zusammengenäht. Da Futter und Oberstoff an der Unter- und Oberkante noch nicht miteinander verbunden sind, kann man das problemlos wenden. Nachdem die Kante platt gebügelt wurde, habe ich die obere Kante passend abgeschnitten. Dabei habe ich Oberstoff und Futter mit Stecknadeln zusammengesteckt.
Damit war der Teil, für den ich die Nähmaschine brauche, fast geschafft. Nur das Schrägband an der oberen Kante fehlte noch. Dank Schrägbandformer ging das herstellen recht schnell. Ich habe den roten Leinenstoff dafür genommen. Aber nur Schrägband an der Kante wäre ja langweilig, deshalb kam der Netzstoff noch einmal zum Einsatz. Einen 15cm breiten Streifen habe ich gefaltet auf die Kante gesteckt und mit dem Schrägband zusammen angenäht. Toni kann sich das dann so zurecht schneiden, wie sie es gern haben möchte.
Auf der Rückseite nähe ich das Schrägband von Hand an, damit auf der Vorderseite keine sichtbare Naht ist. 
Übers Wochenende bin ich bei meinem Freund. Damit ich dort ein wenig weiterarbeiten kann, habe ich alles was ich für die nächsten Schritte brauche zusammengepackt. Es geht an die Metallarbeit: Stäbe anblängen, Endkappen aufpressen, Ösen einstanzen.
Mal sehen, wie weit ich am Wochenende komme. Die Knöpfe und ein wenig andere Deko muss auch noch aufgenäht werden. 

Donnerstag, 12. Juli 2012

Korsett: Erstkontakt und Inspiration

Zwei Posts an einem Tag sind für mich eigentlich untypisch. Aber nachdem ich meinen Nachmittag wieder mit Tonis Korsett verbracht habe, möchte ich euch den aktuellen Stand nicht vorenthalten. Ist ja schließlich ein WIP ;)
Was habe ich heute getan?
  • Tunnel abgesteppt, dank Quiltführung ging das recht flott von der Hand
  • Schnittmuster auf Oberstoff übertragen und zugeschnitten
  • Kopfkino: Toni hat das weitere Zubehör losgeschickt, es kommt aber erst morgen an. Also habe ich überlegt, welche Nähte ich am Oberstoff schon machen kann. Die linke Seite kann komplett genäht werden. Bei der rechten Seite lasse ich die schräge Naht zwischen Teil 1 und 2 aus, da wird die Lasche und ein Gürtel mitgefasst. Ebenso die Naht zwischen Panel 6 und 7 (vorletztes und letztes), da dort das Ende des Gürtels mitgefasst wird. Alle Nähte werden mit der Overlock versäubert.
  • Lasche für vorn 2x zuschneiden, Vorderseite mit dem schwarzen Netzstoff beziehen, das "Futter" wird mit Bügeleinlage verstärkt. Ich habe sogar noch richtig feste von meiner Oma gefunden. Allerdings klebt die nicht mehr. Deswegen habe ich an den Rändern Streifen aus schwarzer Vlieseline aufgelegt und die Einlage damit festgebügelt.
  • letzter Teil für heute: die Schließe, der erste Kontakt mit Metall für dieses Korsett! Ich habe schon beide Teile eingenäht, mit dem Reißverschluss kommt man beim Einnähen schön nah an die Schließe ran (siehe hier). Mit einer Stricknadel habe ich den Stoff für die Pilze geweitet. Durch das grobe Leinen konnte man diese dann recht gut durchfummeln. Auf der rechten Seite habe ich die Schließe auch schon mit dem noch einzelnen Vorderteil verbunden. Es könnte recht fummelig werden, die anderen Teile und die Lasche anzunähen, da die Schließe ziemlich nah an der Naht sitzt. Eventuell muss ich das noch mal trennen...
    Dafür erkennt man mittlerweile schon, dass es ein Korsett werden soll. :D

Ich bin schon sehr gespannt auf das weitere Zubehör. Die Lasche wird mit verschiedenen Knöpfen geschlossen, an den Gürtel kann Toni ihre Ledertasche hängen.
Habe ich eigentlich schon etwas zum Hintergrund des Korsetts erzählt? Nein? Na das sollte doch schleunigst nachgeholt werden.
Toni hat mit LARP angefangen, ihr Charakter ist eine Heilerin. Letztes Jahr (war es das letzte?) hat sie auch mit dem Nähen angefangen und näht nun für ihren Charakter ein Kostüm. Sie fragte mich, ob ich das Korsett übernehmen würde, was ich freudig annahm. Denn als sie mir ihre Inspirationsquelle nannte konnte ich nicht widerstehen. "Es soll so in Richtung Tia Dalma aus Fluch der Karibik gehen!" Das Kostüm hatte mir damals schon gut gefallen, als ich den Film das erste Mal sah. Und jetzt darf ich ein daran inspiriertes Korsett nähen! *gg*
Ich zeichnete verschiedene Entwürfe und auf dem holländischen Stoffmarkt haben wir nach den passenden Stoffen geschaut und sie auch gefunden. Das Leinen hat die perfekte Farbe, ein schönes rot das natürlich auf allen Fotos irgendwie nicht richtig rüberkommt.
*rumhibbel* Ich freu mich so sehr auf die Detailarbeit. Da kann ich mich wunderbar austoben. XD

Dienstag, 10. Juli 2012

Futter-Halbzeit

Weiter geht es mit Tonis Korsett. Heute habe ich mit dem Futter angefangen. 
Ich nähe meine Korsetts immer aus drei Lagen: 2x Futter, 1x Oberstoff. Für das Futter brauche ich insgesamt 24 Teile. Das Aufzeichnen hat schon eine Weile gedauert, das Ausschneiden ging dank Rollschneider dann ganz fix. Die Teile, bei denen ich mein Schnittmuster umgedreht habe (ich habe nur eine Hälfte aufgezeichnet), habe ich mit einem X markiert.


Die beiden Futterlagen nähe ich in einem Schritt nach Rubis Methode (den Leuten aus dem grünen Forum wird das was sagen;) zusammen. So kann ich die Tunnel einfach absteppen.
Man muss allerdings genau überlegen, von welcher Seite man beginnt und wo später die Nahtzugaben sind, damit alles auf der richtigen Seite liegt. Ich hab in meiner Skizze vom Schnitt eingezeichnet, auf welche Seite der Naht die Stäbe hinsollen. Auf die andere Seite kommen die Nahtzugaben. 
Dann geht es los mit den ersten vier Teilen, bei mir die hintersten beiden Panele. Das Taillenband fasse ich auch gleich mit, so ist es am Ende zwischen beiden Futterlagen unsichtbar eingenäht.
Nach der ersten Naht sieht das ganze so aus:



 von unten nach oben liegen dort:
  • ganz unten: Panel 5, rechte Seite oben
  • darauf Panel 6, linke Seite oben
    (5 und 6 werden also rechts auf rechts zusammen genäht)
  • Taillenband
  • Panel 6X, rechte Seite nach oben
  • Panel 5X, linke Seite nach oben







Die beiden Panele mit der Nummer 5 kann man nun nach links zur Seite klappen. Dann sieht das ganze so aus.  Nach dem gleichen Prinzip verfährt man mit den restlichen Teilen. Meine fertige Hälfte, allerdings noch ohne abgesteppte Tunnel:


Eigentlich hat das Korsett pro Hälfte sieben Teile, entstanden durch die Trennung von Panel 1 für die schräge Front. Da es sich dabei aber nur um eine Teilungsnaht handelt, habe ich diese beim Futter weg gelassen und mir nur die Linie für den Tunnel durchgezeichnet.

Nachdem das Futter nun Halbzeit hat, gönne ich mir auch eine Futter-Halbzeitpause ;D

Montag, 9. Juli 2012

Tonis Korsett: Anprobe

Heute war es endlich soweit. Sieg oder Niederlage meiner Rechen- und Konstruktionkruscherei stand an. Kaum bei mir angekommen schlüpfte Toni in ihr Unterkleid und zog das Probeteil über. Ich war ehrlich erstaunt, es passt ausgezeichnet. Sie ist begeistert und fühlt sich wohl darin. Noch sind keine Stäbe drin, eigentlich gehören die auch ins Probeteil. Aber für den ersten Eindruck reicht es aus.
Wenn ich mich jetzt schnell motiviere meine Wohnung wieder etwas vom Chaos zu befreien und den Arbeitskram für die nächsten Tage erledige, kann es auch schon mit dem richtigen Korsett losgehen. Toni besorgt derweil den letzten Kleinkram fürs Korsett.
Ich bin wirklich froh, dass meine Konstruktion hinhaut und ich abgesehen von der unteren Kante nichts mehr ändern muss. :)

Samstag, 7. Juli 2012

Recycling: Korsett-Probeteil

Am Freitag hatte ich nachmittags etwas Luft und konnte es nicht lassen. Ich musste unbedingt das Probeteil für Tonis Korsett nähen. Auf dieses Projekt habe ich eh die ganze Zeit hingefiebert, während ich noch die anderen Sachen fertig genäht habe. Die Idee hat es mir wirklich angetan, genau wie die Stoffe. 
Für das Probeteil habe ich ein anderes, altes Probeteil und Stoffreste resycelt. Vorn habe ich statt der Schließe einen teilbaren Reißverschluss eingenäht, das reicht für die Anprobe aus. Meine Puppe hat natürlich wieder nicht die richtigen Maße, aber für einen ersten Eindruck reicht es aus. Etwas mehr Brust habe ich ihr schon dazugestopft ;)
Am Montag bekomme ich Besuch von Toni. Ich bin wirklich gespannt, ob meine Konstruktion funktioniert. Hoffen wir mal das Beste, damit ich nicht mehr allzu viel am Schnitt ändern muss.

Wie geht es weiter?
- Montag: Anprobe, Änderungen besprechen
- Dienstag: wenn alles glatt geht mit dem richtigen Korsett anfangen :D

Donnerstag, 5. Juli 2012

Startschuss: Korsett für Toni

Endlich ist es soweit. Ich kann den Startschuss für das bereits angekündigte Korsett für meine Freundin geben. Heute Vormittag habe ich mich der Schnittkonstruktion gewidmet. Das gute Stück soll eine schräge Front bekommen und hat eine Taillenreduktion von 8cm. Außerdem ist es Semibust, das habe ich noch nicht so oft konstruiert und hat das Vorderteil noch mal etwas komplizierter gemacht. Nach fast 2 Stunden war ich fertig. Die Vorderseite hat davon die meiste Zeit verschlungen, für die hintere Seite habe ich nicht mal 15 Minuten gebraucht.
Ober- und Unterkante sind noch nicht eingezeichnet. Fertig soll es Obenrum in Richtung Schnürbrust gehen, also keine ausgeformten Cups haben. Aber erst mal wird es sowieso ein Probeteil geben. Semibust ist immer so eine Sache und durch die schräge Front bin ich mir absolut unsicher. Bei mir hat diese Konstruktionsweise funktioniert, aber jeder Körper ist anders... 
 
Nächste Schritte:
- mit Toni telefonieren
- Probeteil nähen

Montag, 28. Februar 2011

Grün*2

Mein Freund hat mir gestern die Fotos von der Absolventenfeier fertig gemacht. Bei dieser Gelegenheit trug nicht nur Marie ihr grünes Kleid, sondern auch Anne. Ihr hatte ich im Januar ein Kleid aus Jersey genäht.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Mini Wip Teil 2 - Pannesamtkleid mit Asiatouch

Ja, ich lebe noch! Und nähen tu ich natürlich auch noch ^^
Das Kleid für Marie ist rechtzeitig fertig geworden, ich warte noch auf Fotos im getragenen Zustand. Soweit habe ich aber schon mal den letzten Teil des Wips für euch. Der lohnt sich sogar, denn den Ausschnitt haben wir doch etwas anders gestaltet.

Da das Kleid so an der Puppe schon gut aussah, kamen wir auf die Idee mit einem Stehkragen. Um das aber noch interessanter zu gestalten, gab es vorn einen kreisrunden Ausschnitt.

Ich habe zuerst die Mitte markiert und den Kreis aufgezeichnet.







Dann habe ich den Besatz für den Ausschnitt und den Stehkragen zugeschnitten. Der Stehkragen ist einfach ein rechteckiges Stück. Das Längenmaß ist Maries Halsumfang. Die Höhe habe ich mal 2 genommen. So kann ich ihn einfach zusammenfalten und habe oben keine Naht. Wichtig: Nahtzugaben nicht vergessen!

Vom weiteren Nähen habe ich keine Zwischenfotos gemacht.
Als erstes habe ich den Stehkragen gefaltet und an den Seiten zusammengenäht.
Dann habe ich den Kreisausschnitt mit dem Besatz versehen. Dazu habe ich den Besatz erstmal versäubert und dann rechts auf rechts aufgenäht. Anschließend nach innen geschlagen und alles noch mal abgesteppt.
Nun konnt ich den Stehkragen annähen. Abschließend habe ich eine kleine Schlaufe aus Satinband und einen Knopf angenäht.

Sonntag, 6. Februar 2011

Vom Igel der auszog...

... die Welt zu erkunden. Ich habe es tatsächlich geschafft, das Geburtstagsgeschenk für Anke rechtzeitig fertigzustellen. Nachdem ich es letzte Woche überreicht habe, gibt es jetzt auch Bilder auf dem Blog. Anke hat von vor Weihnachten auch den Weg an die Nähmaschine gefunden. Nun musste sie natürlich mit passendem Equipment ausgestattet werden. Im Natron und Soda Forum habe ich im Adventskalender-Thread gesehen, dass oyle für Natron einen Nadeligel gewichtelt hat. Die Idee fand ich so toll, dass ich sie nach dem Schnittmuster gefragt habe und einen Igel für Anke genäht habe. Mein Freund hat dann nachträglich noch eine Metallplatte zugeschnitten, damit der Igel auch stabil steht. Und weil Nähnadeln gern mal im Nadelkissen verschwinden, bekam Anke noch ein Nadelheftchen dazu. Ich habe eines von meiner Omi bekommen, als ich mit dem Nähen anfing, und es ist äußerst praktisch. Doch nun genug geredet, ich präsentiere euch den kleinen Igel (erst noch ohne Untergrund) und das Nadelheftchen:
Hier seht ihr auch meine neuen Labels. Es hat sich eigentlich nur die Farbe verändert, aber für helle Sachen finde ich es wesentlich angenehmer als die schwarzen Labels.





















edit: Falls noch jemand so einen kleinen schnuffeligen Freund nähen will, hier ist das Schnittmuster für den Igel.

Mit dem Wip wird es auch demnächst weiter gehen. Mir fehlen noch die Fotos vom Endresultat. Es ist rechtzeitig fertig geworden und Marie hat es zur Absolventenfeier getragen. Anne trug auch ein Kleid, welches ich ihr genäht habe. *stolz bin*

Montag, 31. Januar 2011

Mini Wip Teil 1 - ein Kleid aus Pannesamt

Heute habe ich ein kleines WiP für euch. Für Marie nähe ich gerade ein Kleid aus Crash-Pannesamt. Der Schnitt ist der gleiche wie bei meinem Kalter Glanz Kleid.

Als erstes habe ich den Pannesamt rechts auf rechts gelegt und das Schnittmuster aufgezeichnet. Der Pannesamt lässt sich nicht so schön zusammen nehmen wie Jersey, deshalb habe ich alles ein wenig zusammen gesteckt. Nicht auf der Nahtzugabe, sondern innerhalb der aufgezeichneten Nahtlinien.

Nun habe ich die Schulternähe mit der Overlock geschlossen. Ich nehme immer eine 4-Faden-Naht wenn ich nähe und versäubere. Bei reinen Versäuberungsnähten nehme ich meist nur 3 Fäden. Die Nahtzugabe an den Ärmeln habe ich jetzt gleichmäßig zurückgeschnitten, bis zu der Stelle, an der die Seitennaht geschlossen wird. Im nächsten Schritt werden die Ärmelsäume nämlich mit einem Rollsaum versehen. Bei diesen Flatterärmeln mag ich das am liebsten.






Für den Rollsaum wird die linke Nadel der Overlock ausgebaut und auf Rollsaum umgestellt. Meine Maschine hat Markierungen rechts vom Messer, so dass ich immer gleich viel abschneiden kann. Ich halte den Stoff mit der eingezeichneten Linie an die Nadel und überprüfe, an welcher Markierungslinie ich mich orientieren muss. Der Rollsaum wird dann von rechts genäht. Das Kleid habe ich dazu nicht gewendet, sondern einfach die oberste Stecknadel der Seitennaht entfernt. So komme ich an alle Stellen gut ran.





Jetzt schließe ich die Seitennähte ebenfalls mit einer 4-Faden-Naht. Da ich doch etwas schmaler bin als Marie, schneide ich nicht genau an der eingezeichneten Linie ab. Ich lasse die Linie links vom Füßchen entlanglaufen, so dass das Kleid ein paar cm weiter ist.

Nun wird der Saum wieder gleichmäßig zurückgeschnitten und mit einem Rollsaum versehen. Beim Umstellen der Maschine befreie ich sie immer gleich von den gröbsten Fusseln. Der Samt fusselt wirklich ordentlich und mein Maschinchen ist innen und außen ganz schön dreckig.



Erst jetzt kümmere ich mich um die Fadenenden. Ich habe immer etwas über die Naht hinausgenäht, so dass ich eine Fadenkette habe. Diese ziehe ich mit einer Stopfnadel durch die Naht. Bei den Seitennähten geht das gut, ich habe nur zwei Enden, die ich einziehen muss. Die Enden der Rollsäume sind ja durch die Seitennähte vernäht. Den Rollsaum am Saum habe ich bei dem Zipfel begonnen, so habe ich eine Fadenkette direkt an der Seitennaht. Der Rollsaum ist zu schmal, um die Fadenkette einzuziehen. Also ziehe ich sie in die Seitennaht.





Nun fehlt nur noch der Ausschnitt. Damit warte ich, bis Marie bei mir ist. Das Kleid ist für sie und so kann sie es überziehen und festlegen, wie tief der Ausschnitt gehen soll. Betsy hat das ganze aber schon mal Probe getragen. :)